Interozeption

Der Prozess in deinem Gehirn hinterm Gefühle fühlen

Ein Text von Diplom Psychologin Eva Förtsch – Danke liebe Eva für deine Worte!

Interozeption ist deine Fähigkeit, innere Körperzustände wahrzunehmen.
Herzschlag. Atem. Muskeltonus. Druck im Bauch. Enge im Brustraum.
Diese Signale laufen im Gehirn vor allem in der Insula zusammen.

Die Insula ist so etwas wie das Integrationszentrum für Körperwahrnehmung.
Sie verbindet physiologische Zustände mit bewusstem Erleben.
Erst durch sie wird aus erhöhter Herzfrequenz tatsächlich erlebte Angst.
Ohne Insula gäbe es Aktivierung, aber kein subjektives Gefühl.

Emotion beginnt also im autonomen Nervensystem.
Der Sympathikus erhöht Spannung.
Der Parasympathikus reguliert.
Diese Veränderungen werden interozeptiv wahrgenommen und in der Insula integriert.
Danach bewertet der präfrontale Cortex die Situation.

Wenn jemand nur kognitiv arbeitet, bleibt die Aktivierung oft bestehen.
Die Amygdala signalisiert weiterhin Relevanz oder Bedrohung.
Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft.

Somatische Arbeit nutzt einen anderen Weg.
Durch bewusste, nicht bewertende Wahrnehmung von Körpersignalen entsteht bottom up Regulation.
Die Insula integriert.
Der präfrontale Cortex kann einordnen.
Die vagale Aktivität steigt.
Die Herzratenvariabilität verbessert sich.
Das System erlebt Kohärenz.

Psychologisch bedeutet das:
Interozeption plus Insula Aktivität sind die neurobiologische Grundlage von Emotionsintegration.

Also kurz zusammengefasst:
Wenn jemand seinen Körper wirklich spürt, kann das Nervensystem aufhören zu kämpfen.
Dann entsteht Präsenz.
Nicht als Konzept, sondern als neurophysiologisch integrierter Zustand.

Kontakt zu Eva Förtsch und mehr über sie erfährst du bei LinkedIn.