Angst ist etwas urmenschliches – und das ist auch gut so.
Ursprünglich hat sie uns davor bewahrt, uns allein dem Säbelzahntiger zu stellen. Davor, irgendwelche unbekannten, eventuell giftigen Pflanzen zu probieren. Davor, uns so komplett anders als unsere Gemeinschaft zu verhalten, sodass wir nicht aus der Gruppe ausgeschlossen wurden und eben nicht alleine vor dem Säbelzahntiger landeten.
Angst kommt immer dann, wenn es mehr oder weniger ums nackte Überleben geht.
Ja, übrigens auch, wenn wir Angst vor dem Alleinsein haben: denn als Babys (und wie gesagt auch als Steinzeitmensch) war es lebensbedrohlich, wenn wir niemanden hatten, der sich um uns kümmert, der unser Überleben sichert.
Und heute? Heute hast du vielleicht Angst, beim Zahnarzt anzurufen. Oder deiner Chefin zu sagen, dass du eine Gehaltserhöhung möchtest und sonst auch bereit bist, zu kündigen. Dieses Gespräch mit deinem besten Freund zu führen. Dich bei der Pole-Dance Klasse anzumelden. Den süßen Typen aus deinem VHS-Kurs endlich zu fragen, ob ihr nach dem Kurs noch ein Eis essen gehen wollt. Endlich deine Webseite online zu stellen und deine Angebot sichtbar zu machen.
Warum? Weil dein System irgendwann mal gelernt hat, dass diese Dinge nicht sicher waren. Und wenn es nicht in deiner Biographie passiert ist, dann gibt es immer noch die epigenetischen Informationen, die du von deinen Vorfahren geerbt hast. Und da war ja so einiges, was theoretisch heute kein Problem mehr sein sollte, nicht sicher.
„Okay, schön und gut. Jetzt hab ich verstanden, woher meine Ängste kommen könnten und dass ich sie vielleicht nicht haben müsste – aber sie sind ja trotzdem da? Ich hab schon oft genug versucht, die Dinge trotzdem zu machen, aber das hat bisher nie geklappt und tatsächlich hab ich den VHS-Kurs schon gewechselt, weil’s mir so peinlich war, wie ich mir da einen zurecht gestottert habe, als ich sie angesprochen habe…“
Ja, das versteh ich. Ich verstehe auch, warum da kein Date rausgekommen ist. Deine Worte haben vielleicht so etwas gesagt wie: „Hey, ich würde gerne ein Eis mit dir essen gehen. Hast du Lust?“, aber deine Körpersprache, deine Ausstrahlung, der Subtext in deiner Stimme, deine Energie haben gesagt: „Hilfe! Ich will hier überhaupt nicht sein, ich möchte dich nicht ansprechen, ich fühle mich unwohl, ich habe Angst, dass du ,Nein‘ sagst. Hilfe!“
Kein Wunder, dass da kein Date bei heraus kommt, oder?
Und wie gehe ich jetzt mit der Angst um?
Du fühlst die Gefühle, die dahinter liegen. Die Gefühle, die dabei hochkommen, wenn du nur an die Situation denkst. Die Gefühle, die du im Worst-Case fühlen würdest. Die Gefühle, die du fühlst, wenn du an den Best-Case denkst. Alles klar?
Äh… nee? Erstens versteh ich nicht, warum und zweitens weiß ich um ehrlich zu sein gar nicht so richtig, wie das gehen soll, mit diesem Gefühle fühlen.
Ah… alles klar kein Problem, lass mich kurz erklären. Ich fang mal mit der zweiten Frage an: Deine Gefühle fühlst du, indem du deine Körperwahrnehmungen beobachtest, ohne dich damit zu identifizieren. Du schließt also deine Augen, denkst beispielsweise an deine Eis-Essen-Verabredung und spürst in deinen Körper, was du wahrnehmen kannst. Vielleicht zieht sich deine Brust zusammen? Vielleicht kribbelt dein linker Fuß? Vielleicht schnürt sich dein Hals zu? All das beobachtest du und sagst: „Ah, ich nehme XYZ in meinem Körper wahr. Interessant.“
Und da bleibst du, beobachtest, wie ein:e Museumsbesucher:in, was in deinem Körper passiert.
Und wenn du das machst, dann können dein Gehirn und dein Nervensystem die Angst verarbeiten. Das ist ein spannender neuronaler Prozess, den mir eine befreundete Psychologin, Eva Förtsch, neulich mal sehr genau erklärt hat. Ihren Text verlinke ich dir hier.
Jetzt weißt du also, wie deine Angst funktioniert, aber dadurch weißt du ja immer noch nicht, wie du mit ihr umgehst.
Es gibt sehr viele (Um-)Wege deine Gefühle zu fühlen. Für mich die effizienteste und schönste Art, ist die sogenannte Rosa-Koppelmann-Methode, die ich letztes Jahr gelernt habe.
Eine Klientin, die panische Angst vor sich unkontrolliert bewegenden Dingen hat(te), schrieb mir nach nur einer Session:
Liebe Franziska, Danke für die RKM Session gestern!Ich bin sehr angespannt rein, weil das Thema an sich immer Panik auslöst, schon beim nur drüber sprechen. Deswegen fand ich es besonders beeindruckend wie dann in der Session, nachdem du mich mit dem Körper verbunden hast, mein Körper zwar durch Zucken reagiert hat, aber ich kein bisschen Panik hatte. Ich konnte einfach nur beobachten was passiert, während mein Körper sanft released hat. Heute hab ich direkt mal 2-3 Dinge ausprobiert die sonst starke Reaktionen hervorgerufen haben und es war viel besser. 🙌🏼🔥 Hab sogar ein Boot am Strand beobachten können ohne größere Reaktion! 😳🙌🏼 undenkbar gewesen vor gestern.
Was haben wir gemacht? Wir sind ihrer Angst und all ihren Gefühlen bedingungslos und ganz sanft begegnet. Ich habe sie und ihr Nervensystem dabei begleitet, sich dieser Angst zu widmen, sodass sie einen ganz sanften Prozess mit ihrem Körper beobachten konnte.
Das kannst du auch. Ich begleite dich wahnsinnig gern bei einer Einzelsession oder auch über eine längere Zeit im Seelenmanifestations-Mentoring.
Wenn du dir das momentan (finanziell) nicht vorstellen kannst, starte doch einfach mit meinen aufgezeichneten Audios, die du so oft du möchtest hören kannst. Ich begleite dich auch dort in deinen Körper, hin zu deinen Gefühlen. Du findest sie hier.
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